
Norwegen.
Fischer, Meer, Berge, Strickware, Trolle, brauner Käse, Öl, sehr teures øl, Lillehammer, Wikinger, Königshaus.
Da bin ich nun. Inmitten all dieser Stichwörter. Aus geographischer Perspektive betrachtet, liegt für mich dieses Brainstorm in Bergen. Sagen wir mal in der schönsten Stadt von Norwegen. Nun, über Schönheit lässt sich bekanntlich ja streiten. Objektiv ist sie jedenfalls die zweitgrösste Stadt.
Bergen liegt an mehreren Fjorden umgeben von sieben Bergen. Das hört sich nicht nur märchenhaft an, sondern ist es auch. Bunte Holzhäuser, Kopfsteinpflaster sowie niedliche Gässchen verbreiten bare Behaglichkeit. Bergen wird nicht nur von Meer sondern auch von Wäldern und Bergen umrahmt, so dass sich ein ideales Gefüge zwischen Stadt und Natur ergibt.

Aufgrund dessen, das wir Austauschstudenten das Stadtbild verhunzen könnten, haben wir unsere eigene Unterkunft, die ein bisschen weiter weg vom Mainstream liegt, gekriegt. Klingt doch super. Unsere eigene kleine Farm, äh, sowjetisch angehauchte Hochburg.

Etwa 2000 Studenten ( Wobei das Wort "Studenten" relativ weit ausgelegt werden darf) wohnt hier auf wenigen Quadratmetern.
Nach der BlaBla-Einführung kann ich endlich etwas über die drei wesentlichen Punkte posten:
1. Det juridiske Fakultetet:
Also die Damen und Herren von Fribourg hätten sich ruhig auch ein Erasmussemester gönnen können, um etwas über eine ästhetisch und zweckmässig eingerichtete Fakultät zu lernen. Es braucht z.B. nicht zwingend ultraviolettes Licht auf den stillen Örtchen, um gutes Karma in die Stube zu bringen.

2. Regen:
Wem nun ein Licht aufgeht, dem wird gerade eingefallen sein, dass Bergen DIE regenreichste Stadt Europas ist. Das Wetter kann hier ziemlich schlüpfrig sein. Kaum fühlt man sich von der Sonne angelacht, türmen sich bereits nach 10 Minuten die Wolken zu düsteren Regenwolken. Wie vollegesaugte Schwämme legen sie sich dann aufeinander, nebeneinander, verknoten sich sogar ineinander und wringen sich dabei heftig gegenseitig aus.
Demzufolge gibt es hier kein Hausverlassen ohne Regenschirm.
Der Regen hier in Bergen ist ein bisschen wie der Wurm im Apfel oder der Haken an der Geschichte. Andererseits muss wegen ein paar Tropfen mehr noch nicht gerade der Teufel an die Wand gemalt werden. Immerhin soll Regen schön machen.
3. Vorspiel:
Vorspiel ist die bessere Hälfte eines norwegischen Abends. Dies wird nicht nur zu zweit prakiziert. Im Gegenteil. Je mehr umso besser. Da Norwegen ein Alkoholmonopol besitzt, ist dieser auch relativ teuer. Das Vorspiel ist somit ein kosteneinsparender Vorgang, welcher in einem sozialen Umfeld durchgeführt wird. Sprich, häusliches betrinken. Ehrlich gesagt, auch mit dieser Methode ist der Alkoholkonsum in Norwegen immernoch sehr teuer. "Welcome to Norway", sagen wir uns jeweils in solchen Situationen.
Die zweite Hälfte eines norwegischen Abends wird im "Klubb" verbracht. Hierzulange wird nicht mit dem "männlichem-Muskeln-zeigen" getrumpft, sondern mit dem Stand des Promillepegels.
Filmriss.